Harry Kupfer, mit mehr als 175 Inszenierungen ein ganz Großer unter den deutschen Opernregisseuren, inszenierte in Tokio Wagners Oper  „Parsifal“ im New National Theatre Tokyo. Die Bühne (Hans Schavernoch) ist eine Hommage an die Parsifal-Produktion in Bayreuth in den 80er Jahren.  Dafür haben die Werkstätten von Studio Hamburg – beteiligt waren vor allem die Tischlerei, die Dekorationsabteilung, Malerei und Schlosserei – alle Dekorationselemente und eine komplexe Bühnenmaschinerie gebaut. Dazu zählten alle Gassenwände und Aushänge mit Rückprojektionsflächen, fliegende Rahmenbauten für Zwischendecken und eine große Straßenanlage als 35 Meter lange, gezackte Rampe. Besonderes Highlight war das  sogenannte „Messer“, der Maschinenbau eines 14 Meter langen Kragarms, der Rampen parallel mit einem Sänger an der Spitze über die Straße schwenken kann. „Das Besondere an diesem Projekt war natürlich die geografische Distanz zum Austragungsort“, sagt Projektleiterin Ilka Licht. “Wir mussten uns blind auf die Zeichnungen des Produktionsleiters Matthias Lippert verlassen.“

Auch logistisch stellte diese Produktion große Anforderungen: Die Bühnenelemente mit  6 x 40 Fuß mussten in Überseecontainern verschifft werden – nach dreimonatiger Planungs-und Bauphase in den Werkstätten am Standort Tonndorf. Um das „Messer“ in Betrieb zu nehmen, reiste ein dreiköpfiges Team um Ilka Licht mit Experten für Hydraulik und Steuerungstechnik daraufhin nach Tokio. „Das war ein Wagnis“, so Ilka Licht. „Aber unter großer Anstrengung aller beteiligten Firmen hat alles zur Zufriedenheit der Kunden geklappt.“